GEDANKENSPIELE/Generation Y

Das hier ist ein Blog, auf dem eine Bloggerin bloggt.

Ein wunderbarer Satz, der alles sagt und gleichzeitig nichts.

Deswegen zerlege ich ihn im Folgenden mal schön in seine Bestandteile und hoffe, dass dabei sowohl mir als auch euch klarer wird, was es über den schätzungsweise 173.867.235-ten „Blog, auf dem eine Bloggerin bloggt“ eventuell doch noch Nennenswertes zu sagen gibt.

Wenn man sich daran versucht, auf den Punkt zu bringen, was es mit dem Phänomen vom „Blog“ so auf sich hat, ist das gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Jeder hat irgendwie eine Vorstellung davon und jede eine Meinung dazu, wir alle haben schon mal Blogs besucht oder tun dies vielleicht sogar regelmäßig und manche von uns bloggen – sei das nun beruflich (für gutes Geld) oder privat (zum Spaß) – sogar selbst.

Doch lassen sich diese Online-Tagebücher, die das Netz wie Sand am Meer bevölkern, überhaupt in einer Definition, die Allgemeingültigkeit zu beanspruchen vermag, fassen? Ich denke nicht und wahrscheinlich ist das auch gar nicht nötig und zwar aus dem einfachen Grund, dass jedes Blog, wie die Person, die es betreibt, eine gewisse Einzigartigkeit für sich beanspruchen kann.

Warum ich nur von einer „gewissen Einzigartigkeit“ spreche? Weil meiner Meinung nach im Großen und Ganzen doch sehr vieles in dieser bloggenden Welt eine mehr oder weniger gute Kopie der Kopie der Kopie von der Kopie der Kopie ist. Das Allermeiste gab es schon mal irgendwie, irgendwo oder irgendwann. Es wird der gleiche Inhalt in frischem Gewand präsentiert oder in spritzigere Worte gekleidet. Alter Wein in neuen Schläuchen. Ein endloses Wiederkäuen von bereits zu oft Verdautem. Etc. Ich glaube es ist klar, worauf ich hinauswill …

Das klingt zugegebenermaßen etwas desillusioniert und positiver formuliert könnte man vielleicht sagen, dass es eher darum geht, gut bekannte Dinge in neuem Licht zu sehen, etwas Altbewährtem einen anderen Anstrich zu verpassen oder sich inspirieren zu lassen und selber Inspiration für andere zu schaffen.

Womit wir nun endlich bei meinem Stichwort angelangt sind: Inspiration! Denn Inspiration ist das Erste, was mir in den Kopf schießt, wenn man mich fragt, woher meine Begeisterung für Blogs rührt.

Gute Blogs schaffen es, mich zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken oder zum Grübeln zu bringen. Sie sind mir ein lieber Zeitvertreib und unterhalten mich oftmals besser als diverse große TV- und Radiosender oder bekannte Zeitschriften und Magazine. Zugleich sind sie eine Ansammlung an Ideen, die bei mir viel auslösen. Meine liebsten Blogs sind für mich ganz einfach Inspiration pur. Sie inspirieren mich durch und durch und diese Inspiration treibt mich wiederum an selbst zu bloggen. Zugegebenermaßen muss man dafür schon auch eine gewisse exhibitionistische Ader haben und wahrscheinlich auch ein klein wenig größenwahnsinnig sein. Warum? Weil es irgendwie ja schon etwas krank ist, sich und seine mehr oder in den allermeisten Fällen wohl eher weniger weltbewegenden Gedanken in regelmäßigen Abständen online zu stellen und anzunehmen, dass das Ganze auch nur irgendeine müde Sau interessiert.

Dennoch scheint es oft sehr gut zu funktionieren. Das Besondere an Blogs ist für mich dabei vor allem, dass sie für alle frei zugänglich sind. Sie bieten so eine tolle Möglichkeit sich anderen in schreibender Form mitzuteilen, sich dadurch aktiv mit seinem Umfeld auseinanderzusetzen und das Leben und alles was dazu gehört zu reflektieren. Bloggen schafft im virtuellen Raum eine Möglichkeit nicht nur dabei zu sein, sondern auch mitzumachen.

Dabei lebt die Bloggermeute im Idealfall in mehr oder weniger prächtiger Symbiose. Auch mit der Leserschaft. Es wird miteinander kommuniziert, sich ausgetauscht, voneinander gelernt. Ein Blog ist für mich zudem eine, wenn nicht sogar die interaktivste und kreativste Form, aller Medien. Blogs sichern Vielfalt, Partizipation und somit auch so etwas wie Demokratie im weitesten Sinne. Dass all das für mich – Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Redakteurin und von nun an eben auch Bloggerin – verdammt wichtig ist, versteht sich wohl von selbst!

Und mit diesen Legitimationsversuchen, die sich als erster Blogeintrag tarnen, soll es nun losgehen mit meinem kleinen aber hoffentlich feinen Projekt, welches für sich beansprucht „ein Blog, auf dem eine Bloggerin bloggt“ zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Denn aller Anfang ist nicht schwer.

2 Kommentare zu “Das hier ist ein Blog, auf dem eine Bloggerin bloggt.

  1. Pingback: 365 Tage diebloggerin – ein Fazit | die bloggerin

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