LEBEN & KULTUR/Musik/Veranstaltungen

Event: Wieso Wie(ner)So(nntag)?

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Gestern war ich auf der Arenawiese im Wiener Prater und bin dort unter wolkenlos blauem Himmel und strahlendster Junisonne zu guter Musik durch den Tag getanzt.

Dabei hatte ich gemeinsam mit sehr sehr sehr vielen anderen Open-Air-liebenden Menschen nicht nur eine supertolle Zeit, sondern habe zugleich die Forderungen von Techno Sonntag und dem Verein mirkollektiv unterstützt.

Warum? In der Vergangenheit hat sich gezeigt hat, dass die Stadt Wien und ihre Behörden kostenlosen clubähnlichen Musikevents, die untertags im Freien von Veranstaltern wie „Tanz durch den Tag“ oder „Kein Sonntag ohne Techno“ abgehalten werden, nur Steine in den Weg gelegt haben. Deswegen hat sich diesen Pfingstsonntag ein loser Zusammenschluss „Wiener Veranstaltungskollektive“ dazu entschieden zur friedlichen Demo aufzurufen: Musik machen, tanzen, diskutieren und dabei dem Ziel, die nationale Kulturszene der Stadt Wien mit eben solchen Open-Airs zu bereichern, ein Stück weit näher zu kommen.

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Freiluft-Feste dieser Art finden in Städten wie Berlin schon lange problemlos statt. Es geht darum ungenutzten Räumen der Stadt Leben einzuhauchen. Wien führt das Ranking der lebenswertesten Städte der Welt nicht zuletzt wegen so vieler Grünflächen in Form von 2400 Hektar Wald und Wiese und 1700 Hektar unbebauter Parkflächen an. Die Stadt hat aber nicht nur wegen ihrer schönen Natur, sondern auch aus kultureller Sicht so einiges zu bieten. Warum diese zwei Komponenten, unter der Voraussetzung, dass das eine dem anderen keinen Schaden zufügt, also nicht ganz einfach miteinander verbinden?

Beim Wiener Sonntag wurde aufgezeigt, was seitens der Veranstalter im Kultur- und Gastrobereich wünschenswert wäre, um derartige Open-Airs zukünftig besser abhalten zu können. Ihre Forderungen lauteten: bessere Regelung für Freiluftfeste, Null-Kosten-Politik für Non-Profit-Events, Erleichterung der kulturellen Nutzung der Freiräume Wiens, mehr Flexibilität im Verwaltungssystem, reibungslose Zusammenarbeit mit Behörden und Stadt sowie die Abschaffung der Vergnügungssteuer. Im Rahmen der Vernetzungsinitiative „Wir fordern Raum“ hat das Soundpicknick im Park gestern also ein Zeichen für Vielfalt, kulturelle Bereicherung und künstlerische Entfaltung nonkommerzieller, alternativer, autonomer, organisierter Gruppen und Vereine gesetzt.

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Wie das Ganze funktionieren kann, wurde parallel dazu gleich demonstriert. So gab es beispielsweise nicht nur genügend Müllstationen und Aschenbechervorrichtungen, sondern auch viele fleißige HelferInnen des WieSo-Teams, die sich in regelmäßigen zeitlichen Abständen ihren Weg durch die auf der Wiese verteilte Menschenmenge bahnten und leere Getränkeflaschen bzw. – dosen sowie Essenreste und dergleichen mit großem Eifer einsammelten. Von der Lautstärke der Musik her, hielten sich die Veranstalter ganz bestimmt an die gesetzlichen Vorschriften. Wobei ich persönlich hier eine Lockerung der Schranken fordern wolle würde. Obwohl wir uns ziemlich nahe am DJ-Pult niedergelassen hatten, war die Musik eher nur im Hintergrund wahrnehmbar und gerade an einem Ort wie im Prater gäbe es ja auch keine Anrainer, die sich durch den „Lärm“ belästigt fühlen würden. Zudem wurde das Ganze gegen 22.00 Uhr aufgelöst und die Location in die zu Fuß nur einige Minuten entfernte Pratersauna verlegt. Hier bewiesen einige Open-Air-BesucherInnen echtes Durchhaltevermögen und feierten so lange weiter bis sie begleitet vom ersten Vogelgezwitscher dann doch den Heimweg antreten mussten.

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Fazit: Es war mir ein musikalisches Blumenpflücken! Ich komme wieder.

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