LEBEN & KULTUR/Musik

Weil das Herz mehr als ein Muskel ist.

Tom Krell heißt der Typ hinter How To Dress Well und bringt mit „What is this Heart“ sein inzwischen drittes Album auf den Markt. Begonnen hatte alles 2009, als Krell seine ersten Songs anonym auf seinem Blog veröffentlichte und dann die besten ein Jahr später im Album „Love Remains“, welches von Pitchfork Media auf Platz 19 der 50 besten Alben 2010 gelistet wurde. Für sein zweites Album „Total Loss“, dass wesentlich von Janet Jackson’s „The Velvet Rope“ beeinflusst ist, heimste er ähnlich gute Kritik ein. Bereits hier betont Krell im Gespräch mit Complex Music, dass es ihm wichtig war, ein Album zu machen, bei dem er sich selbst treu bleibt:

„Velvet Rope to me became a shining light of how to make an album that’s totally true to yourself, and is about taking proper care of yourself, and paying attention to your spirit, and trusting that it’ll all hang together even if there’s all different kinds of vibes on the record.“

So hält er es auch mit „What is this Heart“, indem sich der Musiker erneut an die äußersten Grenzen des experimentiellen Pop und R’n’B wagt und sich dabei den großen Fragen des Lebens stellt. In seiner bisherigen Musik wechselten sich passend dazu auch eigentlich gegensätzliche Emotionen wie Liebe und Hass oder Freud und Leid ständig ab und führten einem in Sekundenschnelle vom himmelhochjauchzenden zum zu Tode betrübten Dasein. „What is this Heart“ schafft nun aber ein bisschen Ordnung in dieses bisherige Gefühlschaos, denn Krell steht noch näher am Mikrofon als je zuvor. Und das muss irgendwie auch sein, denn wie soll man sonst zwölf Songs über das Herz schreiben, wenn man sich eben nicht damit zufrieden geben will, dass es nur ein Muskel ist? Das Album kann nicht klar einem Genre zugeordnet werden und bestenfalls als Mix aus R’n’B-, Folk- und Emo-Indiepop beschrieben werden. Mit diesem musikalischen Seelenstriptease trifft Krell in seinem aktuellen Album, das etwas angepasster ist als seine Vorgänger, irgendwie ziemlich genau den Nerv unserer Zeit. Getragen wird das Ganze von Krells einzigartig jünglich hohen Stimme, die wir in Zunkunft wahrscheinlich noch öfters hören werden.

Ein Kommentar zu “Weil das Herz mehr als ein Muskel ist.

  1. Die Musik gefällt mir echt total gut. Ich finde es super, wenn man ab und zu mal was anderes – was neues – zu hören bekommt. Beide Daumen hoch 😉

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