LEBEN & KULTUR/Musik

Have I told you about Matthew Mole?

Matthew-Mole-Pic-Courtesy-of-The-Famous-Frouws

Matthew Mole’s „Infinite Land“ schlummert seit geraumer Zeit auf meinem I-Pod. Ich kann heute nicht mehr sagen, wie dieser Song seinen Weg zu mir gefunden hat. Nichtsdestotrotz liebe ich ihn mehr als viele seinesgleichen. Ich habe ihn in den vergangenen Monaten oft gehört. Sowohl, wenn es mir richtig gut ging, als auch, wenn es gerade nicht so lief und ich am liebsten geheult hätte/ ein bisschen heulte, habe ich meine Ohren mit Infinite Land beschallt und die Welt um mich herum für vier Minuten und zwei Sekunden einfach ausgeblendet. Mein persönliches Lied für so ziemlich die konträrsten Gefühlslagen also.

Warum ich nie nachgeforscht habe, was der junge Mann aus Cape Town eventuell sonst noch so Schönes für die Ohren fabriziert, ist mir gegenwärtig betrachtet ein Rätsel. Umso besser, dass einer meiner liebsten Blogs grossstadtgeschichten den Singer/ Songwriter trotz dem WM-Wahnsinn im Juni mit einem Post bedacht hat, der mich dazu veranlasste Matthew Mole doch noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Spätestens nachdem ich seinem großartigen Cover zu Reginas Spektor „Us“ gelauscht hatte, war es um mich geschehen. Dass jemand meine Herzenssongs  covert, ist ja alleine schon mal immer sehr sympathisch. Wenn dieser jemand sie dann aber auch noch so zu covern vermag, dass sie das Original beinahe vom Thron stoßen, bedeutet das schon eine ganze Menge.

Es war also wenig überraschend, dass mir auch alles andere mehr als nur ein bisschen zusagte. Ich würde sagen „I got moled“ oder so. So geht es aber nicht nur mir, sondern auch einigen anderen hat es der erst 22-jährige, der es mit seinem Debütalbum „The Home We Built“ sofort an die Spitze der I-Tunes Charts schaffte, angetan. Das ist etwas, wovon Mole nie geträumt hatte. Mit elf Jahren bagann er  Gitarre zu spielen. Zu singen begann er mit 17 und auch nur deswegen, weil sein Vater meinte, dass ihm das beim Spielen helfen könnte. Genau dieser fehlende Drang mit seiner Musik unbedingt erfolgreich werden zu müssen, hat vermutlich dazu geführt, dass alle Songs von unbekümmerter Offenheit und Ehrlichkeit sind. Man wird beim Hören mit Leichtigkeit in die Songs, die von Mumford & Sons, Sigur Ros-Gitarrist Jónsi oder der Indie-Band The Freelance Whales inspiriert wurden, hineingezogen und bemerkt erst nach einer Weile die eigentliche Tiefe von Lyrics und Sound:

“Lyrically, there is a broad theme to the album,” admits Mole. “Which is how I behave and how I relate to other people. It has to do with how my parents brought me up, the values they instilled in me and the person I became because of it. Every song is about real experiences I’ve had, but also the way I’ve reacted to them, because of the way I was raised.”

(Quelle: Soundcloud)

So geht es beispielsweise in „You And Your Crown“ ganz nach dem Prinzip „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen“ darum, sich nicht unterkriegen zu lassen, niemals aufzugeben und einfach weiterzumachen, um irgendwann seine Ziele zu erreichen. „Take Yours, I’ll Take Mine“ handelt davon, seinen Platz im Leben zu finden und „Have I Told You“ ist last but not least eine der schönsten und fröhlichsten musikalischen Liebeserklärungen, die ich seit langem gehört habe.

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