GEDANKENSPIELE/Internet/LEBEN & KULTUR/Liebe & Freundschaft/TV/Film/Serien

Serientipp: Dates

Ich habe eine neue Serie. Sie nennt sich „Dates“ und ihr Titel reicht auch schon völlig aus, um zu erkennen, um was es geht. Es geht um Dates, genauer gesagt um eine Handvoll Personen, die alle mittels Online-Dating versuchen die wahre Liebe zu finden. Im Mittelpunkt  jeder der 24 Minuten dauernden Folgen steht das Treffen von zwei Personen, wobei der Fokus allein auf diesem Zusammenkommen und dem sich dabei entwickelnden Gespräch zwischen den Beiden besteht. Dabei bemerkt man schnell, dass es nicht bei dem üblichen „Bewerbungsgespräch“, in dem sich zwei Personen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Vorzüge und Laster abklopfen, bleibt. „Dates“ hat mehr von einer  Therapiesitzung als von einem Rendezvous. Ziemlich schnell kommen die Issues der jeweiligen Personen zum Vorschein und die eine Person beginnt die andere mit all ihrem Frust, ihrer Angst und Beklemmung zu fassen.

Da gibt es zum Bespiel die toughe und sich ihrer Reize mehr als bewussten Mia, deren perfekte Fassade zu bröckeln beginnt, als ihr Date, der etwas ruppige LKW-Fahrer  David, dem sie sich eigentlich weit überlegen fühlt, ihr nach einiger Zeit den Satz „It’s just a bit of shit that you don’t let people see who you really are“ entgegenwirft. Die extrovertierte Erica schafft es nicht ihrer traditionellen chinesischen Familie zu sagen, dass sie Frauen lieber mag als Männer. Ellie ist um einiges jünger als in ihrem Profil steht. Banker Nick hat ein Aggressionsproblem und die etwas etwas verkorkste Grundschullehrerin Jenny ist nicht nur kleptomanisch veranlagt, sondern knabbert immer nach an ihrer geplatzten Hochzeit. Nach einigen erfolglosen Dates bricht sie bei dem scheinbar lieben Christian, der wie sich später herausstellt aber ausgerechnet der Verheiratete in der Runde ihrer Bekanntschaften ist, weinend zusammen und legt die Karten auf den Tisch: „I just want a nice man to buy a house and put a ring on my finger and I don’t know why that is so hard (…) some of the world’s worst people managed to get married. Hitler got married. Stalin got married. (…) What is so wrong with me?“

Die britische Miniserie, die wir übrigens „Skins“-Schöpfer Bryan Elsley zu verdanken haben, ist eine willkommene Abwechslung zu üblichen Dating- und Pärchenkomödien oder Sitcoms, in der es um das Finden der großen wahren Liebe geht. Es werden kontroverse Figuren, fantastische Dialoge und spannende Handlungswenden geboten, denn was bei den Treffen in Dates gut startet, endet meist fatal und umgekehrt.

 

Ein Kommentar zu “Serientipp: Dates

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s