GEDANKENSPIELE/Generation Y/LEBEN & KULTUR/Musik

Elderbrook – unser Festtagssound.

Was ich unter anderem besonders gerne daran mag, wenn ich das Zusammensein mit meinen Lieblingsmenschen aus Distanzgründen eine ganze Weile nicht mehr genießen konnte, ist, dass es umso schöner und wertvoller ist diese wieder zu sehen. Ich war die letzten zwei Monate in Hamburg und aus meiner Familie hat mir vermutlich meine „kleine“ Schwester am meisten gefehlt. Wenn man eine Weile getrennt ist und sich nicht wie bisher quasi täglich sieht oder zumindest hört, gibt es einiges zu besprechen. Bei der beeindruckend rasanten Sprechgeschwindigkeit in unserer Familie sind zwei Monate dann aber auch an einem Nachmittag wieder aufgeholt, denn so viel Weltbewegendes passiert, wenn wir mal ehrlich sind, in knapp  acht Wochen auch wieder nicht. Was viel mehr verloren geht, sind die kleinen Dinge des gemeinsamen Alltags. Seit wir klein sind kriegen meine Schwester und ich, ob wir wollen oder nicht, mit, was die andere gerade für Musik hört. So habe ich es zum Beispiel nur einer sehr ausgeprägten Avril-Lavigne-Phase ihrerseits zu verdanken, dass ich nicht nur „Skaterboy“, sondern auch alles andere, was damals auf dem Album war, bis heute auswendig mitsingen kann. Was in Jugendjahren aufgrund musikalischer Differenzen oft mühsam war, wurde in den letzten Jahren zu einem schönen Geben und Nehmen, das irgendwie immer nebenbei passiert ist. Ohne sich groß darüber zu unterhalten, wussten wir, warum ein Song gerade besonders wichtig für die andere ist oder welche Stelle am mitreißendsten.

Heute hat meine Schwester das hier gehört und ich muss sagen ich habe es noch nie weniger bereut, dass unsere Wände so dünn sind.

 

Sofort war ich hin und weg. Dabei kann ich nicht mal in Worte fassen, was daran mich so anrührt. Vielleicht habe ich in den letzten Wochen doch zu viele Happy X-Mas-Songs gehört, mich in Lebensglück geschwelgt und mag mal wieder was Jammriges. I. sagt, sie mag unbedingt dazu tanzen gehen, weil das großartig sein muss. Ich stimme ihr zu, kann mir Elderbrook aber auch als dezente Hintergrundbeschallung zu einem der weihnachtlichen Festmähler die nächsten Tage vorstellen. Elderbrooks Sound ist von leichtfüßiger Traurigkeit. Man kann dazu in Weltschmerz versinken. Und trotzdem irgendwie glücklich sein, weil ja eigentlich alles gut ist. Musik, die diesen Sprung schafft und ein Ventil für jede nur erdenkliche Stimmung schafft, ist für mich persönlich ganz groß.

avatars-000107991019-d1p9z6-t500x500

Bristol Live empfiehlt den Sound für Fans von Alt-J und James Blake, Puls schreibt:

Als Alexander Kotz a.k.a. Elderbrook vierzehn Jahre alt war, machte er straighten Indiepop und versuchte sich kurze Zeit später komplett akustisch. Aber irgendwie war das nicht das Richtige. Inzwischen hat er sich gefunden und die Gitarre gegen einen Laptop eingetauscht. Das Ergebnis klingt, als hätten sich SOHN und Disclosure im Club zum Jammen getroffen.

Das trifft das Ganze ziemlich gut. Wer mehr davon hören mag, schaut mal auf Facebook oder Elderbrooks Soundcloud-Profil vorbei.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s