GEDANKENSPIELE/Generation Y

Fünfundzwanzig Weisheiten #3

„Wie alt bist du eigentlich? Und was studierst du?“, fragt mich mein Cateringkollege während wir unsere Tableaus mit Feta-Avocado-Türmchen, Miniwraps Nicoise und Shrimpssalat auf Knäckebrot befüllen. „Ich bin vier … äh fünfundzwanzig und im letzten Semester im Master Publizistik.“, sage ich. Damit hat er nicht gerechnet. „Du bist 25?! Krass!“, steigt nun eine andere Kollegin, die vorhin über ihre Mathematura gejammert hat, ins Gespräch ein. „Dann bist du bestimmt bald durch hier und suchst dir dann einen richtigen Job?“Ich nicke und beginne darüber nachzudenken, wieviele Studentenjobs ich in den letzten Jahren gemacht habe, um meine Kohle irgendwie zusammenzukriegen.
Von Kostümpromotion über Flyer verteilen bis hin zu Telefonmarketing war alles mit dabei. Ich werde nichts davon vermissen, am wenigsten aber das hier: das Bedienen irgendwelcher Banker, Managerinnen und anderer angetrunkener Wichtigtuer auf ihren Betriebsfeiern. Und das hier ist gerade auch mein letzter Dienst. Innerlich jubele ich! Plötzlich fühlt es sich verdammt gut an fünfundzwanzig zu sein. Ich bin im Endspurt und obwohl mir der ganze Spaß hier bestimmt nicht fehlen wird, möchte ich es doch nicht missen, in Jobs wie diesen gearbeitet zu haben. Ich habe dadurch viel gelernt – über meine Mitmenschen, über mich selbst und darüber, was für ein Mensch ich sein möchte.

Auf Teil 1 und Teil 2 die beiden letzten Wochen folgt nun Teil 3 meiner Weisheiten.

4er-Bild am 29.05.15 um 13.43 (kompiliert) 2

17. Aus allen Ereignissen, die dich in deinem Leben gekränkt oder verletzt haben, kannst du etwas lernen.

18. Deine Beziehungen zu Anderen leben von der richtigen Balance zwischen Nehmen und Geben. Wenn du nur gibst und gibst ohne jemals etwas zurückzubekommen, ziehe einen Schlussstrich. Manche Menschen musst du hinter dir lassen, bevor sie dich ganz ausgesaugt haben.

19. Worte können alles. Je nachdem, wie wir uns entscheiden sie einzusetzen sind sie motivierend, hilfreich, heilsam, hinderlich, schmerzvoll, beleidigend, verachtend, erniedrigend, ehrlich oder verschleiernd, sanft oder rau. Worte sind die mächtigsten Waffen, die du als Mensch hast.

20. Ehrgeiz ist gut. Der Drang, das Beste aus sich herauszuholen, treibt zu Höchstleistungen an. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass Perfektionismus dabei aber reine Illusion ist, sorgt für die nötige Dosis Entspanntheit bei allen deinen Vorhaben.

21.Vergiss nie auf die Menschen, die da waren, als du sie am dringendsten gebraucht hast. Die, die mit dir schwere Zeiten durchgestanden haben, dir eine helfende Hand boten und Kummer einfach weg gelacht haben, sollten auch in deinen Glanzzeiten einen Platz in deinem Leben haben.

22. Manche Dinge muss man nicht verstehen, aber irgendwann einfach akzeptieren.

23. Der Charakter einer Person zeigt sich vor allem im Umgang mit jenen seiner Mitmenschen, die absolut nichts für ihn tun können und wahre Integrität zeigt sich dann, wenn niemand hinseht. Halte für dich selbst an deinen Wertvorstellungen fest und nicht um einem bestimmten Publikum zu gefallen – damit betrügst du dich selbst.

24. Schluck nicht immer alles aus vermeintlicher Rücksichtnahme und falschem Harmoniebedürfnis runter. Trau dich zu streiten! Wenn sich zu viele negative Spannungen ansammeln und Probleme unausgesprochen bleiben, kommt es unweigerlich irgendwann zur Explosion und dann kann es mitunter schon zu spät sein.

25. Für manche Leute wirst du immer zu klein, zu dick, zu haarig, zu unentschlossen, zu ernst, zu weinerlich oder zu altmodisch sein. Entschuldige dich nicht dafür und versuch schon gar nicht dich zu ändern, nur um jemand anderem zu gefallen. Entschuldige dich nicht dafür, dass du du bist.

2 Kommentare zu “Fünfundzwanzig Weisheiten #3

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