Generation Y/LEBEN & KULTUR/Reisen

Ein Plädoyer gegen detaillierte Reiseplanung

Letzten Monat waren mein Freund und ich für ein paar Tage gemäß dem Motto „London is always a good idea“ in der britischen Hauptstadt. Für mich persönlich war dieser Städtetrip nach London längst überfällig, nicht etwa, weil ich noch nie da gewesen wäre, mehr deswegen, weil eine meiner besten Freundinnen inzwischen schon eine gefühlte Ewigkeit dort wohnt und ich es bislang trotzdem nicht geschafft habe ihr dort einen Besuch abzustatten.

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Meine Freundin ist im Sommer vor zwei Jahren mit Sack und Pack und ihrem damals noch taufrischen Bachelor in der Tasche nach London gezogen. Erst hat sie sich mit diversen Nebenjobs durchgeschlagen, als Zimmermädchen geputzt und im Pub gekellnert – mittlerweile arbeitet sie in London Victoria im Web-Team eines Onlineversandhandels, hat Freunde fürs Leben und dadurch ihr zweites Zuhause in der Stadt an der Themse gefunden. Dass sie das alles so durchgezogen hat, ohne mit der Wimper zu zucken, finde ich ziemlich beeindruckend.

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Ebenso beeindruckend ist es in London mal nicht als Sightseeingtouri von einem Highlight zum anderen zu eilen, sondern die Stadt einfach auf sich wirken und sich in ihr treiben zu lassen. Umso besser geht das natürlich, wenn man auf diesen Streifzügen wie ganz automatisch in versteckten Winkeln und Lieblingsorten der liebsten Wahllondonerin landet. Fotos wurden leider – velleicht aber auch zum Glück – verhältnismäßig wenige geschossen. Die besten Erinnerungen bleiben im Herzen, die paar schönen Eindrücke, die per Handyschnappschuss eingefangen wurden, möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten, weswegen es diesen Beitrag hier nicht mit einer Auflistung an Orten gibt, die ihr nicht verpassen dürft, wenn ihr dass nächste Mal in London weilt, sondern mit der ausdrücklichen Reiseempfehlung, eine Stadt (gerne auch zum zweiten oder gar dritten Mal) zu besuchen, ohne das Ganze vorher irgendwie groß zu planen. Warum? Weil man dann mal nicht zu beschäftigt damit ist, alle Punkte auf der To-Do-Liste abzuarbeiten, um die Stadtstimmung in ihrer ganz eigenen Intensität wahrnehmen zu können.

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Zu gegebenem Zeitpunkt war nicht nur die Stadt auf diese Art und Weise zu erforschen, sondern eben auch meine Freundin, die dort lebt, zu besuchen, genau das, was ich Generation-Y-Geschädigte gebraucht habe. Denn, wenn es mir eines gezeigt hat, dann, dass man einfach mal machen sollte, statt immer nur zu reden. Dass Träume nicht nur in der Nacht schön aussehen, sondern sich am Tag gelebt, noch um einiges besser anfühlen. Dass nur weil wir scheinbar unendlich viele Möglichkeiten haben, es sich dennoch lohnen kann, das Risiko einer Entscheidung für etwas oder jemanden einzugehen. Und dass, es nicht der eine Königsweg, sondern die vielen kleinen Umwege sind, die einem das ganz persönliche Glück stetig ein Stückchen näher bringen.

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3 Kommentare zu “Ein Plädoyer gegen detaillierte Reiseplanung

  1. Genial!
    Da auch eine sehr gute Freundin von mir dort wohnt, hatte ich das Glück London auch „einfach so“ immer wieder kennen- und liebenzulernen! <3
    Viele liebe Grüße
    Maria!

  2. Erinnert mich an letztes Wochenende. Mir ging es genau gleich. Einfach darauf lostreiben lassen. Immer wieder ein Erlebnis wert und auch der Grund warum ich immer noch jährlich da hin reise.

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